Auch wenn in der Bezeichnung Sonnenuhr das Wort „Uhr“ enthält, hat diese mit den mechanischen und elektronischen Namenvettern nur eines gemein: Die Zeitmessung. Und diese bezieht sich eigentlich mehr auf die Tageszeit. Diese beschreiben die einzelnen Abschnitte eines Tages und werden im Fall der Sonnenuhr anhand des Sonneneinfalls gemessen. Von Präzision wie bei einer Quarz Armbanduhr kann hier nicht sprechen. Viel mehr handelt es sich bei der Sonneuhr um ein astronomisches Gerät, als um ein Zeitmesser im Sinne einer Uhr oder gar eines Chronometers.
Bei der Sonnenuhr wird von einem punktförmigen Körper, auch Nodus genannt oder durch die Schattierung eines Polstab (erdachs-parallelen Stab) auf einem Ziffernblatt abgelesen. Die Lehre, auf der die Sonnenuhr aufbaut, nennt sich Gnomonik. Noch bis zum Beginn des 19. Jahrhundert sprachen Menschen von Uhren, wenn sie die Sonnenuhr erwähnten. Heute dient eine Sonnenuhr höchstens zur Dekoration von Gebäuden und Gärten oder werden als historische Uhren ausgestellt. Bei einer modernen Bauweise ist eine Sonnenuhr sogar in der Lage die Uhrzeit auf die Minute genau anzuzeigen.
Trotz des einfachen Prinzips ist Sonnenuhr nicht gleich Sonnenuhr, so kann man zum Beispiel deutliche Unterscheidungsmerkmale bei der Messung der Tageszeit solcher Uhren feststellen. So spielen die Dauer der Stunden, der Zählbeginn für die Stunden und die Schwankungen während des Jahres eine wichtige Rolle. Grundsätzlich kann man feststellen, dass sich die Bauweise einer Sonnenuhr an den Längengrad des Standortes orientiert. Um eine Sonnenuhr auf die gesetzliche Zeit umzustellen, so muss diese auf den Sonnenstand des entsprechenden Bezugsmeridian, also die Zonenzeit, umskaliert werden. Da die Korrektur der schwankenden Anzeige (Zeitgleichung) aber sehr umständlich ist, gehört dieser Fehler bei existierende Sonnenuhr dazu.